Vortrag „Am Abend vor 1933“
26. Februar 2026

Zu dem generatiosübergreifenden Kultur- und Bildungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Capitol und dem MARCHIVUM, Geschichte, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden soll, gehörte das Musical „Cabaret“, aber auch ein Referat mit Betrachtung des politischen und gesellschaftlichen Umfeldes zur Machtübernahme der NSDAP 1933. Die kulturell florierende Blütezeit des Cabarets, besonders im Berlin während der Weimarer Republik, endete abrupt. Im Laufe des Jahres 33 wurden missliebige Künstler deportiert, zur Flucht gezwungen oder inhaftiert. Zahlreiche Künstler flohen ins Exil, darunter viele jüdische und queere Künstler. 

Der Vortrag „Am Abend vor 1933“, im Hause der Heinrich-Vetter-Stiftung angeboten, zeugte auf, wie wichtig es ist, die NS-Zeit zu reflektieren, um eine Wiederholung solcher Tendenzen zu verhindern. 

Ausgehend vom Zitat „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird am Ende blind für die Gegenwart.“ (Richard von Weizsäcker) wurde deutlich herausgestellt, wie naiv und verbohrt insbesondere KPD und SPD waren. Mit ihren falschen Einschätzungen und ideologischer Sturheit ignorierten sie die von zahlreichen Schriftstellern, Journalisten und Wissenschaftlern ausgesprochene Warnung einer sich anbahnenden Katastrophe unter NSDAP-Führung. So ermöglichten sie die Machtübergabe an die Nationalsozialisten. Die Erwartung, Hitler werde bald am Ende sein, erfüllte sich nicht. Das NS-Regime nutzte nämlich die Machtübergabe, erließ eine Notstandsverordnung nach dem Reichstagsbrand sowie das Ermächtigungsgesetz mit dem Ziel, ganz Deutschland gleichzuschalten, auch andere Parteien wurden verboten. Kritiker des Regimes wurden rigoros ausgeschaltet, und schon früh nahm man demokratisch gewählte Politiker in Gewahrsam und inhaftierte sie in Konzentrationslagern. 

Die weiteren Folgen sind bekannt: 5,5 Millionen gefallene deutsche Soldaten, über 2 Millionen zivile deutsche Opfer, der Völkermord (Holocaust) an über 6 Millionen Juden, die Ermordung von 300.000 deutschen Euthanasie-Opfern, die Ermordung von ca. 9.000 deutschen Homosexuellen sowie die nahezu vollständige Zerstörung Deutschlands. Das allein sollte schon Mahnung genug sein. Tk./BILD:Tk.