Stiftung-Aktuell (1997-2012)

Ein großer Freund der Region

Schon zu Beginn der 1990-er Jahre reifte in Heinrich Vetter der Plan, sein Vermögen eines Tages in eine Stiftung zu geben. Diesen Gedanken brachte er im Laufe des Jahres 1997 konkret auf den Weg, so dass wir heute auf zwei Jahrzehnte „Heinrich-Vetter-Stiftung“ blicken können. Da dies kein sogenanntes „rundes“ Jubiläum darstellt, wollen wir in kleiner Form, aber angemessen und mit Dankbarkeit, an diese zwanzig Jahre und an Heinrich Vetter erinnern.

In seinem Sinne fördern wir in erster Linie nach wie vor Organisationen und Institutionen aus den Bereichen Kunst und Kultur, Wissenschaft und Bildung, Sport, Soziales und Kirchen sowie Brauchtum.

Heinrich Vetter verfügte, dass sein Wohnhaus in Ilvesheim nach seinem Tod zum Stiftungssitz werden sollte. Für uns bedeutete dies, dass hier nicht nur die Stiftung ihre Büros unterhält, sondern ganz im Sinne Heinrich Vetters das Areal um die Stiftungsverwaltung einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. So errichteten wir den Heinrich-Vetter-Ring, um mit dem Erlös aus dem Verkauf anliegender Grundstücke einen Teil der Kosten für den Neubau unseres Kinder- und Seniorenhauses zu decken. Außerdem haben wir zu den Räumen unserer Stiftung einen barrierefreien Zugang geschaffen, so dass die Möglichkeit verbessert wurde, Vorträge, musikalische und soziale Veranstaltungen für alle Generationen anbieten zu können. Auch der Park, der mit rollstuhlgerechten Wegen versehen wurde, soll intensiver genutzt werden und später auch der Begegnung der Senioren mit den Kindern des „Zauberlehrling“ dienen.

Seit 2011 konnten wir in der Mannheimer Innenstadt unser Parkhaus in N 7 sanieren und auch das Geschäftshaus in P 5 durch einen ergänzenden Neubau und umfangreiche Modernisierungen ebenfalls auf Vordermann bringen.

Damit ist unsere Heinrich-Vetter-Stiftung heute so aufgestellt, dass sie ihren fördernden Verpflichtungen aus der Stiftungssatzung und dem Willen Heinrich Vetters zum Wohl der Menschen in der Region weiterhin dienen und auf vielen Feldern segensreich helfen kann.


Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Frankenberg
Vorstandsvorsitzender der Heinrich-Vetter-Stiftung


Immer wieder kommt es im Hause der Stiftung zum Aufeinandertreffen in der Region handelnder Personen, wie hier bei einer Übergabe von Fördermitteln an verschiedene Empfängerbereiche. So unterstütze die Stiftung die Aufgaben des Stadtarchivs Mannheim ebenso, wie die des Mannheimer Kunstvereins, der insbesondere jungen Künstlern Möglichkeiten bietet, sie zu präsentieren. Dem Sport war Vetter eng verbunden und diese Kontakte werden weiter gepflegt, so etwa zur Förderung des Behindertensports beim und durch den Reiterverein Mannheim. Dass das Kurpfälzer Kammerorchester mit seiner Pflege der Mannheimer Schule besondere Förderung genießt, war auch schon Heinrich Vetter wichtig. Sozialen Aspekten gilt ebenfalls die Aufmerksamkeit der vom Stiftungsgründer selbst bestellten Satzung. 

 

 

In alle Entscheidungen zu wesentlichen Maßnahmen, wie etwa den Neubau des Büro- und Ärztehauses an der Mannheimer Fressgass in P 5 (Bild Mitte), wird der Stiftungsrat zeitnah eingebunden. 

 

 

Symbolisch konnte der Stiftungsrat, unterstützt von Prof. Frankenberg (2.v.l.) sein Engagement beim Tag des Baumes demonstrieren und im Park der Stiftung in Ilvesheim einen Apfelbaum pflanzen, (v.l.) Patricia Holzherr-Duncker (eine Nichte Vetters), Mag. Phil. Andreas Hilgenstock, Rechtsanwalt Rainer Dietmann (Vorsitzender des Stiftungsrats), Dipl.-Kfm. Stefan Fuchs und die stellvertretende Vorsitzende Dr. Heike Feldmann. 


Mit der Errichtung seiner nach ihm benannten rechtsfähigen und gemeinnützigen Stiftung, wurde Heinrich Vetter selbst zum ersten Vorstand. Bis er am 3. Februar 2003 im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Ilvesheim starb, legte er durch zahllose Zuwendungen, die er selbst vergab, wo er Schwerpunkte sieht und wie er durch die große Breite seiner Förderzusagen aber auch die Bevölkerung allgemein in Blick hatte. Damit blieb er einem Grundsatz seiner Mutter treu, jene Menschen nicht zu vergessen, die durch ihre Kundentreue zum Kaufhaus Vetter, den Wohlstand der Familie begründet hatten.  

 

Damit waren für Heinrich Vetter eben nicht nur die für ihn bedeutenden Kultureinrichtungen in Mannheim wichtig, sondern  auch Förderungen für alle Generationen und Interessen, auch für Kinder, wie etwa die Schüler der Staatlichen Blindenschule in Ilvesheim oder beispielsweise soziale Einrichtungen der AWO.   

 

Da Heinrich Vetters Mäzenatentum schon vor der Stiftungsgründung in erheblichem Umfang begonnen hatte, erhielt er sowohl im Blick auf die Stiftung als auch unabhängig davon, zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, wie etwa durch Oberbürgermeister Gerhard Widder den Ehrenring der Stadt Mannheim, ebenso die Ehrenbürgerschaft seiner Wohnsitzgemeinde Ilvesheim und der Stadt Mannheim bis hinauf zum Bundesverdienstkreuz.


Immer wieder bezog Heinrich Vetter seine Schwester Friedel Holzherr mit in Mannheimer Fördermaßnahmen ein und machte so deutlich, dass er mit seinem mäzenatischen Wirken den Dank seiner Familie Vetter insgesamt zum Ausdruck bringt. 

So sah sich Vetter auch dem Luisenpark in besonderer Weise verbunden. Er initiierte dort nicht nur den Heinrich-Vetter-Weg, bestückt mit rund 25 Skulpturen aus seiner Sammlung.

 

 

 

Er überreichte dem Park auch eine namhafte Summe und förderte damit die Völkerverständigung durch den Bau des chinesischen Teehauses.    

 

 

 

 

Diesem Ansatz blieb die Stiftung auch treu, als Vetter 2003 im Alter von 92 Jahren starb und Immobilien und Wertpapiervermögen sowie zahlreiche Wertgegenstände in ihren Besitz kamen bzw. testamentsgemäß versteigert wurden. Aus den daraus resultierenden Erträgen unterstützten zunächst Prof.Dr. Carl-Heinrich Esser (rechts) als Vorstand und Dieter Kolb als Geschäftsführer viele Anfragen. Den bekannten Stiftungszwecken verpflichtet, förderten sie auch den überaus talentierten Stefan Krznaric (vorne) sowie zugleich weitere Nach-wuchsmusiker und Musikschüler.


Prof. Dr. Esser und Dieter Kolb setzten die Fördertätigkeit im Sinne von Heinrich Vetter fort. Vetter hatte sich gerne den Bereichen Kunst und Kultur zugewendet, unterstützte aber auch Wissenschaft und Bildung. Im Sport bevorzugte er die Jugendförderung und hatte als Kaufhaus-Chef 1955 das bis heute bestehende Internationale Jugendfußballturnier in Ilvesheim mitbegründet. Soziale Anfragen und die Hilfe bei kirchlichen Anliegen für die christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften entsprach die Stiftung nach eingehender Prüfung ebenso wie dem Ziel die Menschen zu erfreuen, wie etwa beim Thema Brauchtum und Fasnacht. 

 

 

Im Frühsommer 2011 traten nach acht Jahren Verantwortung satzungsgemäß und altersbedingt Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser als Vorstand und Geschäftsführer Dieter Kolb in den Ruhestand. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Frankenberg als Vorsitzender, Prof. Dr. Markus Haass als stellvertretender Vorstand und Geschäftsführer Hartwig Trinkaus (rechts) zeichnen seither für die weitere Stiftungsentwicklung verantwortlich. 

 

 

 

Dabei konzentrierte sich die neue Führung nicht ausschließlich auf die Verbesserung der Immobiliensituation, wie bei der Grundsanierung des Parkhauses in Mannheim, N7,7, sie knüpfte auch an die persönlichen Verbindungen der Stiftung zu den Akteuren in der Gemeinde Ilvesheim sowie in Vereinen und Organisationen in Mannheim an.